Obligatorische Übernahmeangebote verpflichten den Erwerber einer größeren Beteiligung aneinem Unternehmen dazu, ein Kaufangebot für alle noch ausstehenden Aktien zu machen,dem der höchste bisher bezahlte Kurs zugrunde zu legen ist. Als Auslöseschwelle wird dasÜberschreiten eines bestimmten, hinsichtlich der Beherrschungsmöglichkeiten der Zielgesellschaftals kritisch angesehenen Stimmenanteils festgelegt. Die in eine Minderheitspositiongeratenen Anteilseigner können somit ihre Aktien zu den hohen Kursen der Vergangenheitveräußern, bevor der neue Kontrollaktionär möglicherweise zum Nachteil der übrigen Aktionärevon seinen Einflußmöglichkeiten Gebrauch macht. Dieser Schutzfunktion könnte aberentgegengehalten werden, daß durch eine derartige dem Erwerber zusätzlich auferlegte Verpflichtungunter Umständen auch solche Unternehmensübernahmen, die mit einer Effizienzsteigerungverbunden sind, blockiert werden. Gegenstand dieser Arbeit ist daher zunächsteine formale Analyse der möglichen Blockadewirkung obligatorischer Übernahmeangebote.Anschließend wird der Untersuchungsrahmen in zweifacher Hinsicht erweitert: Zum einenwerden die Auswirkungen von Transaktionskosten, die bei der formalen Analyse zunächstvernachlässigt wurden, betrachtet und alternative Abwicklungsformen von Unternehmensübernahmendiskutiert. Zu beachten sind außerdem die Rückwirkungen des Minderheitenschutzesauf Gründungs- und Emissionsentscheidungen, wobei sich zeigt, daß die Blockadewirkungobligatorischer Übernahmeangebote abgewogen werden muß gegen die ohne funktionierendenMinderheitenschutz zurückgehende Bereitschaft, Unternehmensanteile überhaupterst zu erwerben.
Corporate growth, plant size and choice of location ; Capital budgeting, budgetary planning and budgetary control ; Individual Working Papers, Preprints ; No country specification