Summary: Mit den Längsschnittdaten des SOEP wird in diesem Beitrag untersucht, wie geringfügig Beschäftigte auf die im April 1999 eingeführte Sozialversicherungspflicht für derartige Beschäftigungsverhältnisse reagiert haben. Da ausschließlich geringfügig Beschäftigte und geringfügig Nebentätige auf sehr unterschiedliche Weise von den Neuregelungen betroffen sind, werden separate empirische Analysen durchgeführt. Die Dynamik der geringfügigen Beschäftigung und der Nebentätigkeit werden mit einer pseudo-kontrafaktischen Situation verglichen, um die über die ?natürlichen? Veränderungen hinausgehenden Einflüsse der Reform analysieren zu können. Weiterhin wird mit ökonometrischen Methoden untersucht, welche Determinanten den Verbleib in oder das Ausscheiden aus der geringfügigen Beschäftigung bzw. der Nebentätigkeit beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Strukturveränderung der geringfügigen Beschäftigung stattgefunden hat: Geringfügig Nebenerwerbstätige werden tendenziell durch ausschließlich geringfügig Beschäftigte substituiert. Die Strukturveränderung kann sowohl angebots- als auch nachfrageseitig erklärt werden. Dem Ziel der Einbeziehung der Einkommen aus geringfügiger Beschäftigung zur Finanzierung der Sozialversicherungssysteme ist man sicherlich näher gekommen. Ob allerdings die Beschäftigten, und insbesondere die verheirateten Frauen, nennenswerte eigene Ansprüche an vor allem die gesetzliche Rentenversicherung aufbauen werden, bleibt fraglich. Ihre Anreize, in eine Teilzeit- oder Vollzeiterwerbstätigkeit zu wechseln, sind durch die Reform noch weiter vermindert worden.
Using longitudinal data from the GSOEP, we analyse the behaviour of jobholders in response to the introduction of social insurance contributions on minimal employment (a specific form of part-time employment in Germany). As the so-called ?exclusively marginal employed? jobholders and ?marginal employed? double-jobholders are affected quite differently, separate empirical analyses are carried out. The dynamics of marginal employment as well as the dynamics of second jobholding are compared to a pseudo-contrafactual situation to analyse the effects of the reform apart from possible ?natural? changes. Using econometric methods, we furthermore analyse which determinants affect the stay in or the exit from marginal employment or double-jobholding. The results show that marginal employment has undergone a change in structure: marginal employed double-jobholders are likely to be substituted by exclusively marginal employed jobholders, which can be explained both from the labour-supply side as well as from the labour-demand side. The reform, one the one hand, is successful with respect to the inclusion of incomes from marginal employment to finance social insurance systems. If, one the other hand, jobholders, married women especially, will build up substantial entitlements to social insurance benefits remains questionable, as the reform caused decreasing incentives to pick up a regular full- or part-time employment.
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