Japans Wirtschaft - Meinungsbilder im westlichen Ausland und ihre Folgen
Meine akademische Ausbildung geschah in den Wirtschaftswissenschaften, meine praktische Berufserfahrung liegt auf dem Bankensektor und hier ganz besonders: beim Bankgeschäft in Japan. Seit 30 Jahren beschäftige ich mich mit diesem Land, Japan liegt mir inzwischen am Herzen. Was einem am Herzen liegt, was man liebt, das möchte man ganz genau kennenlernen. Das gilt auch für den geliebten Menschen. Man schaut genau hin, betrachtet, möchte sich mit allen Einzelheiten vertraut machen. Auf keinen Fall will man sich lediglich eine Meinung bilden, sondern man bemüht sich um das Wissen. Meinung und Wissen! Was für ein elementarer Unterschied besteht doch zwischen beiden Begriffen und dennoch, wie oft wird beides miteinander vermischt, verwechselt. Meinung wird für Wissen verkauft, und Wissen kommt häufig nicht an und ist nicht gefragt, wenn es der öffentlichen Meinung nicht gefällt. Ein ganz großes Problem unserer Zeit. Warum gerade unserer Zeit? Weil die moderne Informationstechnologie in einem nicht mehr überschaubaren Umfang eine praktisch unbegrenzte Menge von Informationen über die Medien zum Abruf stellt. Die Medien stellen den Anspruch, Wissen zu vermitteln, und sie drängen uns auf, daß dieses vermittelte Wissen sozusagen lebensnotwendig für uns sei. Vieles von dieser Überfülle an Informationen können wir gar nicht vermeiden. Es sei denn, wir ziehen uns in selbst gewählte Klausur zurück, oder wir üben selektive Abstinenz im Umgang mit den Medien.