Immobilienmarkt bleibt angespannt : Mieten und Wohnungspreise steigen
Von Konstantin A. Kholodilin und Malte Rieth
Nach zwei Jahren des Rückgangs haben sich die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt im Jahr 2025 stabilisiert. Während die Mietanstiege weiter anhalten, haben die Kaufpreise in vielen Segmenten wieder angefangen zu steigen. Dazu haben unter anderem die verbesserten Finanzierungskonditionen beigetragen. Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen mittlerweile schrittweise von 4,5 auf 2,0 Prozent gesenkt und damit eine neutrale Geldpolitik für den Euroraum erreicht.info Da die Inflation im Euroraum wieder nahe der Zielmarke von zwei Prozent liegt, sind vorerst keine weiteren Zinssenkungen zu erwarten. Bau- und Kaufvorhaben lassen sich durch die niedrigen Leitzinsen etwas günstiger finanzieren als vor etwa zwei Jahren. Dennoch bleiben die Bauzinsen mit etwa 3,8 Prozent deutlich über dem Niveau der Jahre 2012 bis 2022. Berücksichtigt man die Inflation, liegen die realen Zinsen aktuell bei rund 1,5 Prozent. Von 2012 bis 2022 lagen sie hingegen nahe Null. Bei konstanten Leitzinsen dürften die Bauzinsen absehbar kaum fallen. Die inländische Konjunktur ist zudem schwach. Zwar sind die Reallöhne in den letzten Quartalen merklich gestiegen, doch die Zahl der Privatinsolvenzen nimmt weiter zu. Banken dürften ihre Kreditstandards daher wenig anpassen. Das Volumen neu vergebener Wohnungsbaukredite erholt sich dementsprechend schleppend und bleibt rund ein Drittel unter dem Höhepunkt von März 2021. Die Entwicklung von Preisen und Mieten auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist ein zentraler Faktor für private Haushalte und Unternehmen. Daher wird die Dynamik der Immobilienpreise umfassend erforscht.info Seit dem Jahr 2014 wird am DIW Berlin regelmäßig die Preisentwicklung in Deutschland analysiert.info Die vorliegende Studie aktualisiert die Auswertungen auf Basis eines Datensatzes des Immobilienverbandes IVD, der Miet- und Kaufpreise für Wohnimmobilien umfasst (Kasten). Der Datensatz ist in Deutschland in dieser Breite einmalig, da er nahezu die Hälfte aller Kreise und alle relevanten Wohnungsmarktsegmente abdeckt. Dies erlaubt eine detaillierte regionale Analyse differenziert nach Mieten, Haus- und Grundstückspreisen.
| Year of publication: |
2025
|
|---|---|
| Authors: | Kholodilin, Konstantin A. ; Rieth, Malte |
| Published in: |
DIW-Wochenbericht : Wirtschaft, Politik, Wissenschaft. - Berlin : DIW, ISSN 1860-8787, ZDB-ID 2029233-8. - Vol. 92.2025, 51/52, p. 853-862
|
Saved in:
| Type of publication: | Article |
|---|---|
| Type of publication (narrower categories): | Aufsatz in Zeitschrift ; Article in journal |
| Language: | German |
| Other identifiers: | 10.18723/diw_wb:2025-51-1 [DOI] hdl:10419/335683 [Handle] |
| Source: | ECONIS - Online Catalogue of the ZBW |
Persistent link: https://www.econbiz.de/10015580366
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