Umsetzung des Preiskorridors im nationalen Emissionshandel (nEHS) im Jahr 2026
von Dr. Johanna Cludius, Hauke Hermann, Dr. Felix Chr. Matthes (Öko-Institut), Dr. Johannes Eckstein, Sascha Lehmann (Fraunhofer ISI) ; im Auftrag des Umweltbundesamtes ; Redaktion: Fachgebiet V 3.3 Ökonomische Grundsatzfragen des Emissionshandels, Auktionierung, Auswertungen - Fabian Schmid
In diesem Papier untersuchen wir, wie die Preiskorridorphase des nEHS im Jahr 2026 umgesetzt werden kann. Wir machen Vorschläge zum zeitlichen Ablauf der Auktions-, Verkaufs- und Nachkaufphase für das Berichtsjahr 2026 und gehen darauf ein, wie ein Preisaufschlag in der Verkauf- und Nachkaufphase ausgestaltet werden kann, um eine effiziente Preisbildung in den Auktionen zu begünstigen. Das Auktionsdesign sollte sich am bestehenden Design des EU-ETS 1 orientieren (single round, sealed bid) und auch bei weiteren Ausgestaltungsparametern der Auktion sollte auf die Erfahrungen im EU-ETS 1 zurückgegriffen werden. Trotzdem können unter den speziellen Rahmenbedingungen der Preiskorridorphase im nEHS im Jahr 2026 (Übergang in den EU-ETS 2 im Jahr 2027, kein Banking von nationalen Emissionszertifikaten (nEZ), kein Sekundärmarkt für Hedging-Produkte sowie kein bindendes Cap) grundsätzlich spürbare Risiken in Bezug auf eine effiziente Preisbildung am Primärmarkt nicht ausgeschlossen werden. Es ist wahrscheinlich, dass die verpflichteten Unternehmen im Sinne eines konservativen Hedgings zumindest zu großen Teilen den Preis der Verkaufsphase an die Endverbrauchenden weitergeben. Dieser Preis müsste 65 EUR/nEZ plus Aufschlag betragen. Möglicherweise niedrigere Preise in den Auktionen kämen dann nicht den Endverbrauchenden zugute, sondern würden lediglich zu Mitnahmeeffekten führen. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen scheint die Fortführung der Festpreisphase im Jahr 2026 aus ökonomischer und verteilungspolitischer Perspektive sinnvoll und unbedingt prüfungswürdig. Auch der administrative Aufwand der Umstellung des Systems für nur ein Jahr spricht für eine Fortführung der Festpreisphase. Die erwartbare Knappheit im nEHS und EU-ETS 2 sowie Modellierungsergebnisse zu erwarteten Preisen sprechen in diesem Fall für einen Festpreis am oberen Rand des Preiskorridors von 65 EUR/nEZ.