"Ökonomische Bildung" ohne "Ökonomik"? Zur Bildungsrelevanz desökonomischen Denkansatzes
In jüngster Zeit gewinnt die Diskussion um eine ökonomische Grundbildung als Teil von Allgemeinbildung an Dynamik. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände fordern gemeinsam ein eigenes Unterrichtsfach Wirtschaft. Bildungspolitiker plädieren für eine Anreicherung wirtschaftlicher Inhalte in den bestehenden Fächerkanon. In Nordrhein-Westfalen sollen ökonomische Schwerpunktsetzungen im Rahmen des Unterrichtsfachs Sozialwissenschaften möglich werden. Gleichzeitig zeugt eine kaum noch zu überschauende Vielzahl und Vielfalt von Praxiskontakten zwischen Schulen und Wirtschaft von einem wechselseitigem Bedürfnis nach einer engeren Verzahnung. Heute steht nicht mehr ernsthaft zur Diskussion, dass junge Menschen in einer sich zunehmend ökonomisierenden, internationalisierenden und flexibilisierenden Gesellschaft auf die Wirtschaftswelt mit ihren Chancen und Risiken bei der Übernahme der Rollen als Produzent, Konsument und Wirtschaftsbürger vorzubereiten sind, im Mittelpunkt der Diskussion steht immer noch die Frage nach den hierfür geeigneten Wegen. Die aktuelle Diskussion hat hierzu wesentliche Argumente zusammengetragen