In einem föderalen System werden den einzelnen Gebietskörperschaften Entscheidungs- undGestaltungskompetenzen übertragen. Diese können sie zum Nutzen oder Schaden von ansässigenund neu siedelnden Unternehmen einsetzen. Für Investoren besteht das Problem, dassStandorte ex ante Rahmenbedingungen in Aussicht stellen können, die sie ex post nicht realisierenoder deren Realisierung sie nicht glaubwürdig zusichern können. Für Unternehmengeht es mithin nicht nur darum, möglichst gute Investitionsbedingungen ex ante zu verhandeln,sondern auch sicher zu gehen, dass diese mittel- bis langfristig Bestand haben. DieStandorte haben folglich ein Commitment-Problem, denn sie müssen die Unternehmen vonder Langfristigkeit der zugesagten Rahmenbedingungen überzeugen. Sofern keine glaubhaftenCommitment-Signale der Standorte existieren, werden Unternehmen nach Möglichkeitensuchen, ihre Ausbeutbarkeit durch geeignete Maßnahmen zu mildern. Diese, aus der Industrieökonomikbekannte, Hold-up-Problematik kann auf Seiten der Unternehmen beispielsweisezu Unter- bzw. Überinvestitionen führen. So können Unternehmen an mehreren StandortenKapazitäten aufbauen, um sich Drohmöglichkeiten zu schaffen, wenn eine Region etwa ihrenSteuerpreis ex post anhebt. Für die Unternehmen besteht mithin ein Anreiz zu einem multiregionalenbzw. multinationalen Unternehmen zu werden, welches mit Produktionsverlagerungdrohen kann und auf diese Weise der Erpressbarkeit durch einzelne Standorte entgeht. Andererseitsbegeben sich Industriestandorte ihrerseits auf die Suche nach glaubhaften Commitment-Signalen, um die Erforderlichkeit solcher Unternehmensstrategien einzuschränken.
Legal form, Organisational form. General ; Corporate growth, plant size and choice of location ; Individual Working Papers, Preprints ; Germany. General Resources ; Thuringia