Theoretische Fundierung der Wirtschaftsinformatik aus der Perspektive eines Grenzgängers
Seit geraumer Zeit wird von mehreren führenden Fachvertretern derWirtschaftsinformatik eine stärkere theoretische Fundierung ihrerDisziplin eingefordert; vgl. beispielsweise [LHM95, S. 10 u. 370 f.],[Pa01, S. 39], [Wy03, S. 386] und [Gr03, Kapitel 3]. Aber auch vonanderen Seiten wird dieses Postulat artikuliert. Dazu gehören zumeinen besonders engagierte Nachwuchswissenschaftler, die eine zustarke Orientierung ihrer Disziplin an Verwertungsinteressen derWirtschaftspraxis oder eine zu einseitige inhaltliche Ausrichtung vonuniversitären Projekten an Aspekten der Drittmittelrelevanz beklagen.Zum anderen lassen sich auch einige kritische „Untertöne“ vonWissenschaftlern aus Nachbardisziplinen, wie etwa der Betriebswirtschaftslehreund der Informatik, nicht überhören, die suggerieren,es mangele der Wirtschaftsinformatik im Gegensatz zu „ausgereiften“Wissenschaften an einer tragfähigen theoretischen Basis. Vordiesem Hintergrund sollte es nicht überraschen, dass es in der „scientificcommunity“ der (deutschsprachigen) Wirtschaftsinformatik alseine Herausforderung empfunden wird, sich mit der theoretischenFundierung ihrer Disziplin stärker als bisher auseinander zu setzen.